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Schriftsteller

Maik Altenburg über Henry-Martin Klemt

Zeit
ist unser größter Reichtum, aber sie ist bemessen. Einander nahe sein bedeutet immer auch: Einander verlieren können. Das Leben als behutsamer Tanz auf Messers Schneide. Mit jedem zerstörten Lebewesen geht eine ganze Welt unter. Es bleibt eine Wunde. Und doch gehört das Vergehen zur Existenz. Der Abgrund muß nicht konstruiert werden, er ist All-gegenwärtig. Aus diesem Wissen erwächst die Feierlichkeit des Augenblicks. Poetische Zwiesprache mit Natur und Geschichte, dem fremden Leben und dem eigenen. Suche nach Heimat. Wurzeln bilden und sich verzweigen im Hier und Jetzt. Nicht nur da sein. Hier sein. Jetzt sein. Und immer wieder Bestandsaufnahme: Verblichene Utopien und trotziges Beharren: Ich bin. Keine Gewißheiten mehr als diese: Die Nachtigall singt, weil sie muß...


Time
Is our greatest part of wealth, but it is limited. To be close together means to be ready for departure, too. Life is the cautious dance on the edge of the knife. A whole world is on the wane in every destructed creature. Wounds remain open. All the same, fade and death belong to life and existence. No needs to construct something like the abyss – it already is part of space. Solemnity arises out of this knowledge. Poetic dialog between nature and history, between our own life and the life of the others. Search for homeland. Mould roots and spread them in the here and in the now. Not just be there. Be here. Be now, in this very moment. And don’t forget to take your inventory every now and then. Fading utopian dreams and defiant insistence: I am. Nothing you know better for sure than this: The nightingale sings because she has to.. .


Gedichte Ich schrieb, bevor ich richtig lesen konnte. Meine Verse waren eine Revolution der deutschen Schriftsprache, von der alle späteren Orthographie-Kommissionen nur träumen konnten. Welche Qualitäten diese Dichtungen sonst noch hatten, vermag ich nicht zu sagen. Sie sind fast ausnahmslos verschollen.

Nachdichtungen Alle sterben / niemand aufersteht / nur der Sommer kehrt wieder / kommt kein Krieg uns dazwischen (Vadim Sidur, deutsch: Henry-Martin Klemt)

Essays Manchmal sprrengt etwas die Zeitungsspalten oder wird für andere Zwecke erbeten oder kommt überhaupt nur nur um meinetwillen auf´s Papier.

Aphorismen Aphorismen sind die Späne, die beimHobeln fallen - und manchmal sind sie das Einzige, was von der ganzen Hobelei übrigbleibt.

Satire Es begab sich aber zu der Zeit, als im Frankfurter Kabarett Die Oderhähne alle Menschen geschätzt werden sollten. “Ich schätze mal, Du könntest unsere Plakate machen”, meinte Ober-Oderhahn Wolfgang Flieder.

Bücher Bisher sind sechs Gedichtbände erschienen: vom Poesiealbum 242, das 1987 hrauskam, bis zu dem Lyrik-Fotoband "Was ich will", mit dem 2008 die Reihe Neue Frankfurter Literatur bei Publishers eröffnet wurde.

Platten Seit den 80er Jahren sind eine Reihe von Texten zu Liedern geworden und aus einigen Liedern wurden Schallplatten und CDs - vor allem durch Ludwig Streng und die Gruppe Quijote sowie durch Frank Viehweg.

Zettelkasten Hier findet sich das, was in die anderen Schubladen nicht hineinpasst.