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Rezensionen

Bartsch Bartsch hat sich von der Wende vorgenommen, was am interessantesten an ihr ist: die Zeit davor. „Das Wasser am Hals oder 20 Sätze über die Trägheit“ beschreibt, weshalb nicht nur der Lektor Karl-Georg Ammer den Ereignissen so überrascht wie hilflos gegenüberstand, an denen er keinen oder einen ganz anderen Anteil zu haben glaubte.

Biskupek Mögen die Verhältnisse noch so absurd erscheinen, Biskupeks Sprache hält mit. Manchmal in Art, wie man sich Schwejk mit Zahnschmerzen vorstellen möchte. Also keineswegs laut. Auch nicht, wenn er über Faschos, Zecken, Penner, ja nicht einmal, wenn er über deutsche Beamte schreibt.

Braun „Wie viele Possen muß ich reißen für einen Moment des Erschreckens“, endet Volker Brauns Gedicht „Schreiben im Schredder“ über das Elend der Literatur dort, wo aus Bücherdepots Deponien wurden, Bulldozer und Mäuse sich die Beute mit einem Pfarrer teilen, der aus Bergen Papiers Brot für die Welt zu machen sucht.

Ensikat Kürzlich sehnte sich der Mitbegründer des Neuen Forum und Anwärter auf den Stuhl des Bundespräsidenten Jens Reich fernsehöffentlich nach dem "großen Roman" über das Leben in der DDR. Der ist, wie w...

Jänchen Jänchen träumt vernehmlich. Manchmal, wie eine frisch Verliebte, die sich ausmalt, wie Weiber und Kerle miteinander umgingen, wenn sie nur könnten und wollten. Manchmal wie eine Frau im Würgegriff, nein, nicht der Verhältnisse, sondern eines wirklichen Gegners, also so, wie jemand träumt, der gerade keine Luft mehr kriegt und keine Zeit mehr hat für den – vielleicht – nächsten Gedanken.

Krampitz Krampitz erzählt zügig, schnörkellos und auch dann nicht verwaschen, wenn der Ton lässig wird. Dass sein Held zu den Wendekindern gehört, ist ein so realer wie literarischer Zufall.

Nauschütz "Mein Sommer wird vergehen, wie dieser vergeht", schrieb Nauschütz 1989 vorausahnend. Das kann ein Geständnis sein. Auch eine irre Hoffnung. Meistens sind wir solcher Sätze nur fähig, wenn der Sommer grad erst beginnt.

Richter „Wer seid Ihr denn?“ Das ist die Frage, der Georg Wilhelm Leibniz immer wieder im Leben begegnet. Fürsten und Diener stellen sie ihm. Meistens aber stellt er sie sich selbst, und die einzige Antwort, die er für den Moment gelten lässt, heißt: „Ich stehe überhaupt erst am Anfang.“

Schüler Was Schüler Roman nennt, beginnt in der Tradition schönster amerikanischer Shortstory, und es geht auch so weiter. Lose fädeln sich auf 320 Seiten zehnmal fünf Episoden aneinander. Mit jeder wächst die Personage vom lebensmüden Türsteher der Nachtbar bis zum senilen Vorsitzer des Politbüros.

Titze Marion Titze stellte auf Burg Beeskow ihr Prosadebüt vor Das Angenehmste an diesem Mittwochabend auf der Burg Beeskow war vielleicht, daß die Fernsehjournalistin, in DDR-Zeiten geschaßte Chefredakt...

Wolter Hänsel und Gretel markierten ihrem Heimweg mit Brotkrumen. Das war unklug, wie wir heute wissen. Die deutschen Satiriker fressen das Brot und schmeißen dafür ihre Zähne hinter sich. Und dann stehen...

Zebe Als Kummerower kennt Zebe seinen Welm wie seinen Strittmatter und bekennt sich auch schreibend zu dieser Bekanntschaft. Das schließt nicht nur eine erzählerische Vorliebe ein, sondern auch eine Haltung des Erzählers zu dem, was er berichtet.