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Gelöbnis

Öffentlichkeit a la Bundeswehr

Friedlicher Protest Foto: Henry-Martin Klemt

Eine der ersten Taten des frischgebackenen Sozialdemokraten Wolfgang Pohl war es am Montag, als Frankfurter Oberbürgermeister den eigens angereisten Bundeswehrgeneral Hans-Uwe Ulrich gnädig zu stimmen und ihm nahezulegen, sich erneut um ein öffentliches Gelöbnis in Frankfurt (Oder) zu bemühen. Pohl wußte dabei die Mehrheit des Hauptausschusses auf seiner Seite, nachdem die SPD-Fraktion ihren Kriegsdienstverweigerern und Spatensoldaten in diesem Gremium klargemacht hatte, daß sie mehrheitlich für das Zeremoniell eintritt. Selbst Bürgerbündnis und Frauen für Frankfurt wollen die "Armee, in der unsere Kinder dienen" nicht brüskieren, und so bleiben lediglich PDS und Bündnis90/Grüne in der Schmollecke. Daß auch sie nicht grundsätzlich gegen die Bundeswehr sind, hatten ihre Vertreter bereits während der Schlammschlacht zwischen Rhein und Oder klargemacht, als die Demokraten fein in "richtige" und "falsche" eingeteilt worden waren. "Einem zivilen Katastropheneinsatz sollte eine zivile Feier folgen", meinte PDS-Sprecher Frank Hammer. Dieses Jubelfest hatte mit rund 5000 Teilnehmern übrigens bereits im Vorjahr stattgefunden. Axel Bialas (B90/Grüne) machte dem General jetzt sogar einen Alternativvorschlag: "Kommen Sie mit zwei drei Leuten zu mir nach Hause. Wir trinken ein Glas Whisky und reden über Gott und die Welt." Aber ein bißchen zackiger soll es schon sein. Auch um zu demonstrieren, daß es "keinerlei Zerwürfnis gibt", wie Pohl betont. Auch nicht, wenn Stadtverordnetenvorsteher Jürgen Barber "deprimiert" über die denunziatorischen Verbalattacken in den Medien ist oder Dieter Wachner (Bürgerbündnis) über manchem Zeitungsartikel eigentlich nur noch nach der Schlagzeile "Kauft nicht beim Juden" suchte. Das Demokratieverständis der Herrschenden in diesem Land stand schließlich nicht zur Debatte.

Wer nicht jubeln will, muss fühlen.

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