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Günter Neubauer

Die Welt in einem Tautropfen

Gerhard Neubauer Foto: Henry-Martin Klemt

Günter Neubauer stellt in Frankfurt aus

Frankfurt hat einen neuen Ausstellungsort, um den manche Galerie das Gartencenter Lafrenz beneiden könnte. Im rekonstruierten Gutshaus Nuhnen - einem Kleinod mit seinem japanischen Garten und der sachlich-offenen Architektur - ist bereits die zweite Kunstausstellung zu sehen, die den Dialog zwischen Künstlern, Architekten und Landschaftsgestaltern fördern soll. Der Frankfurter Maler Günter Neubauer zeigt bis Februar wirkliche und imaginäre Landschaften, bei denen sich "die Welt im Tautropfen spiegelt". Als ein Bekenntnis zur Harmonie als Ziel der Kunst will der Maler seine Werke verstanden wissen. Die Verschmelzung von Mikro- und Makrokosmos regt den genauen Blick ebenso an wie die Phantasie des Betrachters. Die auf eine Grundfarbe abgestimmte Tönung verleiht jeder Arbeit ihre eigene Melodie. "Malerei und Musik sind sehr verwandte Künste", meint denn auch 50jährige, der seit einem viertel Jahrhundert in Frankfurt lebt. Für ihn ist die Oderlandschaft zur Herausforderung geworden. Bei ihrer Darstellung gebe es keine Tradition. Die Auseinandersetzung hat einen urtümlichen Charakter und an ihren Ergebnissen wird sich Künftiges messen müssen. Aber auch die großen Religionen, vor allem der Buddhismus, sind für Neubauer wichtig. In den Ruinen Babylons und vor den Hütten Vietnams stelle sich die Frage nach dem eigenen Dasein auf neue Art. Der umspannende Rhythmus von Geschichte und Natur, bedächtiger, gelassener in ausholenderen Kreisen, als ein Menschenleben das zuläßt, wird wahrnehmbar. Manches davon hat Neubauers Malerei nachhaltig beeinflußt. Das Gegenständliche hat frei fließenden, zugleich aber streng komponierten Formen Platz gemacht, ohne daß Neubauer das realistische Prinzip aufgegeben hätte. Eine freundliche Aufforderung überträgt sich. Mit Hölderlin gesprochen: Komm, ins Offene, Freund...