Jona Mach
Ich bete für den Frieden in meiner Heimat
Der israelische Maler Jona Mach zeigt Bilder gegen Fremdenhaß
Der Name seiner Stadt ist zugleich die Lebensmaxime des israelischen Malers Jona Mach. Jeru-Salem, achtet den Frieden. "Ich war lange Zeit ein Fighter", erzählt der 1917 in Breslau Geborene, der 1935 durch die Nationalsozialisten aus Deutschland vertrieben wurde. "Aber es ging mir nicht darum, zu siegen, andere zu unterwerfen, sondern immer nur darum, dem Frieden ein Stück näher zu kommen." Als Mitglied im Wüsten-Kibbuz Maoz Chaim kämpfte Mach in der Hagana und war an der Rettungsarbeit für Überlebende des Holocaust in Europa beteiligt. Mehrfach wurde er verwundet. Erst den 50er Jahre hatte er die Möglichkeit, sich ganz seiner Kunst zu widmen. Gleichzeitig begründete er das Künstlerhaus Jerusalem mit und organisierte als Akademieprofessor die "Erziehung durch Kunst" an israelischen Schulen. Heute verbindet der Vater zweier Kinder seine Hoffnungen mit dem Friedensprozeß zwischen Israel und Palästina. "Ich bete dafür, daß sie sich erfüllen. Es ist die einzige Möglichkeit für unsere Zukunft."
Deutschland hatte Mach vierzig Jahre lang nicht mehr gesehen, als zu einem Studienaufenthalt eingeladen wurde. "Irgendwann mußte ich ja einen Schlußpunkt setzen", erinnert er sich an seine Reise 1975. "Ich lernte ein vollkommen anderes Deutschland kennen als jenes, das in meiner Erinnerung lebte." Bei weiteren Aufenthalten in Worpswede und Wiepersdorf entstanden habe er zahlreiche Freunde gefunden. Auch der Kontakt zum Frankfurter Kunstverein wurde dort geknüpft.
Seit zwei Jahren beschäftigt der Künstler sich zum ersten Mal in seinem Leben mit dem Fremdenhaß als einem menschlichen Problem. "Mit Politik hat das nichts zu tun." So entstanden unter anderem die Illustrationen zu Helmuth G. Haasis Buch "Die Rache des Jud Süss Op- penheimer", die jetzt erstmasls in einer Ausstellung der Frankfurter Galerie B. in Deutschland gezeigt werden. Es sind eindrucksvolle Acrylitrbeiten, bei denen der Steinhardt-Schüler bewußt auf seine sonst bevorzugte leuchtende Farbgebung verzichtet. In ihrer Direkt- heit erinnern die Darstellungen des Gequältseins und der Ausgrenzung an Werke von Edward Munch oder Arno Mohr und lassen zugleich ex- pressionistische Wurzeln des Malers erkennen. Vor den zahlreichen Gästen der Vernissage erzählte der untersetzte, charmante Maler von seiner Stadt seinem Leben und zeichnete dort, wo ihm "Malen viel leichter fällt als Reden" mit ein paar schnellen Strichen ein freundlich-ironisches Bild seiner Heimat. Bald hatte er einen kleinen Kreis Neugieriger um sich versammelt, die ihm für den Rest des Abends lauschten.







