Arslan
Auf meisten Bildern von Ercan Arslan lodert das Rot, scheint es brennend aus den Fugen zu brechen, türmt es sich zwischen menschlichen Gestalten und sucht sie in seinen Sog zu reißen. "Seit Jahren schon kämpfen wir miteinander, dieses Rot und ich. Manchmal versuche ich zu fliehen, aber es holt mich ein."
Beckmann
Irgendwo in der Zeichnung lauert der Schrei. Ein Schemen unter der Oberfläche des Bildes. Ein Kontrapunkt zum mythischen Sujet. Die Attacke eines Ausdrucks, einer Geste. Beckmanns Grafiken, das sind Bilder verletzlicher Aggressivität, erbarmungsloser Güte.
Bisky
Biskys Helden kommen aus dem Nichts zum Vorschein. Am liebsten malt er fesche Jungs an einen lichtgefluteten Nichtort, als Zumutungen für das historisierende Gedächtnis des Betrachters.
Bolchoun
"Die Verwandlung des Liebsten zu einem Wolf" heißt das Bild, und allein schon dieses eine lohnte die ganze Exposition: Die russische Bauernstube, dieses einem Märchen entsprungene, auf seinen Stock gestützte Mütterchen, das lasziv-fröhlich die Haare zurückwerfende Mädchen und dazwischen er: wolfsgesichtig und doch so gar nicht wild, ein schwermütiger Strubbel mit einer Zigarette in der Pfote, ein verwunschener Knurrhahn ohne Boshaftigkeit - oder...?
Dix
Es war eine Wiederbegegnung. Zum ersten Mal sah ich Otto Dix' Arbeiten über den Krieg 1981. Soldat war ich - in Polens Bruderland - und im Bauch saß die Angst vor dem nächsten Alarm.
Engelhardt
Seine Freundlichkeit, seine Hinwendung zum Leben mit all seiner Tragik, Freude, seiner Lust und E...
Förster
Förster hat nie einen Hehl daraus gemacht, daß Liebe und Verehrung die wichtigsten Impulsgeber für seine Porträts waren. Ein künstlerischer wie moralischer Anspruch spiegeln sich in der Reihe der Porträtierten ebenso wie in jedem einzelnen - ob Felsenstein oder Neruda, Minetti oder Böll, Arendt oder Kodály.
Goßmann
Goßmann-Ausstellung in Frankfurt (Oder) An Gerhard Goßmann, Maler, Grafiker und Illustrator von...
Grimmling
"Jedes Bild ist ein Floß auf dem Wasser. Ich versuche es ein Stückchen weiter zum Horizont zu treiben", meint Grimmling. "Die Bilder wehren sich gegen ihre eigene Hermetik, gegen Winkel, Quadrat und Rahmen. Aber sie wehren sich auch gegen ihre eigene Geburt, sie kämpfen gegen mich."
Kollwitz
Auch, wenn Käthe Kollwitz sich selbst nicht als Revolutionärin sieht, beansprucht sie doch eine soziale Wirkung für ihre Arbeit: "Ich bin einverstanden damit, daß meine Kunst Zwecke hat", notiert sie 1922 in ihrem Tagebuch. "Ich will wirken in dieser Zeit, in der die Menschen so ratlos und hilfsbedürftig sind."
Mach
Deutschland hatte Mach vierzig Jahre lang nicht mehr gesehen, als zu einem Studienaufenthalt eingeladen wurde. "Irgendwann mußte ich ja einen Schlußpunkt setzen"
Meine Welt
"Ich sehe was, was du nicht siehst" - an dieses alte Spiel fühlte sich Dieter Mann angesichts der vierten Biennale "Meine Welt" erinnert, wie der Schauspieler bei der Vernissage vor 400 Gästen verriet.
Mucchi
Geschichte ist ein weißes Blatt. Aus ihm treten Gabriele Mucchis Figuren hervor. So wie die „Gezeichneten Geschlechter“, die der italienische Kommunist 1983 nach einem Text Bert Brechts aufs Papier bannte.
Neubauer
Das Gegenständliche hat frei fließenden, zugleich aber streng komponierten Formen Platz gemacht, ohne daß Neubauer das realistische Prinzip aufgegeben hätte. Eine freundliche Aufforderung überträgt sich. Mit Hölderlin gesprochen: Komm, ins Offene, Freund...
Rother
Immer ist Rothers Arbeit auch ein wenig Philosophie mit dem Meißel. Warum nehmen wir das eine wahr und das andere nicht? Was empfinden wir als Signal für unser eigenes Dasein? Wie kann man einer Gesellschaft, die nicht nur Konsumartikel, sondern auch ethische Werte verbraucht und wegwirft, ein eigenes Kontinuum entgegensetzen? „In der Gesamtheit meiner Arbeiten begegne ich mir selbst wieder. Als Teil der Natur und als jemand, der dem Leben zugetan ist.“
Schulze - 1997
Die Gestaltung menschlicher Seelen in oft bizarren und zugleich sinnlich-erotischen Bildern, verfremdet, um sie wieder kenntlich zu machen - das ist zweifellos das Faszinierendste an den Werken von Harald Schulze.
Sitte
Die Verhältnisse haben sich geklärt. Im Moor läuft es sich schlecht. Im Wasser kann der Mensch sich fortbewegen. Die Chance zum Untergang, zum Ersticken, zum Verschwinden ist allemal gleich. Willi Sitte, heute 82 Jahre alt, hat das Kinn über der Oberfläche behalten.
Staeck und Gerz
Staeck schleppt Koffer herbei, von der typischen Gastarbeiterkiste bis zum vormals luxeriösen Gepäckstück. Übermannshoch aufgestapelt dräuen sie am Rand einer Europaflagge, deren Sternenkreis von Stacheldraht bewehrt der Kriege harrt, die da noch kommen werden.
Stötzer
Der Stein wehrt sich. Er läßt sich nicht formen und verändern nach Belieben. Der Ton duldet einen Gott über sich. Der Stein aber reißt ihn in seine Menschlichkeit zurück. Zuerst ist er ein Feind. "In Glauben und Unglauben kommt man zueinander, denn ich will ihn ja nicht bezwingen, sondern befreien, was in ihm steckt", meint Stötzer.
Weidl
Seit Weidl die Oderlandschaft 1987 zum ersten Mal besuchte, hat sie den Niederbayern gefesselt. Schon 1991 entstand das Modell für sein Objekt: Dreizehn Spiegelsäulen, dreißig Meter hoch und vier Meter breit, sollen im Abstand von vier Metern unterhalb von Frankfurt (Oder) in die Mitte des Stroms gestellt werden.
Weidner
Holz ist eine sehr langsam tickende Uhr, und Achim Weidner bannt Geschichte darin, vorgeblich naiv, schlitzohrig zumeist, aber immer mit scharfem Blick.
Yamanaka
Obwohl sich Yamanaka in seinen Bildern vollkommen auf den Menschen konzentriert und seine künstlerischen Dokumente fernab jedes moralischen Appells inszeniert, weiß er diese Portraits doch auch im Kontext einer Gesellschaft, die gerade erst aufgewacht ist.
Zhang
In den Bildern von Qi-Kai Zhang spielen Tiere die Hauptrolle, Kängurus, Vögel, Pferde, Raubkatzen - als Symbol des Lebens, der Sehnsucht nach Freiheit, auch als Gegenstück zur Zivilisation, zur Domestizierung, zu den Ritualen einer sterilen Sozialität.