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Rezensionen Lyrik

Altenburg Nicht alle Dichter, die in Frankfurt (Oder) lebten und leben, sind mit dieser Stadt auf du und du. Der Lyriker Maik Altenburg aber nennt sie „alte hansedame“ und gesteht: „wenn du traurig bist, stadt, möchte ich dich berühren“.

Ficowski Als die Künstler geendet hatten, blieb es still. Niemand wagte zu applaudieren. Erst als die Veranstalter vom deutsch-polnischen Literaturbüro zum zweiten Mal einen angenehmen Heimweg wünschten, standen die Zuhörer schweigend auf und verließen den Saal.

Gosse Gosses Art von Sinnlichkeit ist zugleich die Dimension seiner Dichtung. Der Titel des schmalen Bändchens macht keinen Kotau vor den Rechtschreibdeformern. Der "Gleisskörper" des Peter Gosse ist noch immer die bläulich flirrende Erde; sich den vernutzten Wörtern von gemeinhin unbedachter Seite zu nähern, gehört zu den Kunst-Stücken des Zwiebel-Poeten: Siebenfältig will das Material abgeschält sein, und sei es, daß die Augen dabei tränen.

Hammer Als poetischer Beobachter ist Hammer unbestechlich und bündig. Seine Metaphorik ist direkt und unmittelbar, seine Parabeln springen ihm aus dem Alltag entgegen.

Kirsch Noch immer kommt diese Frau vom Titelblatt auf mich zu. Hinter ihr öffnet Landschaft sich und ver...

Klefinghaus Während in sinnlicher Anempfindung die dicken Kühltürme singen, werden Hoden und Eierstöcke verstrahlt, bei vollem Lohnausgleich, wie die Autorin mit einem seltenen zynischen Anklang bemerkt (schlaflos). Damit ist alles in sich selbst Ruhende, wie es aufscheint in Farben, Freundesnamen, Landschaftsbildern infragegestellt.

Preissler "Ich lebte in der DDR nicht angepaßt, ich fühlte mich zugehörig", ist gleich eingangs in einem Brief zu lesen. "Ich war von den Idealen der Kommunisten bewegt, von der Vision und dem Auftrag der Bergpredigt und des Kommunistischen Manifests, und ich glaubte bis in die siebziger Jahre, daß wir hier und in den sozialistisch orientierten Ländern, trotz aller Fehler und mancher Scheußlichkeiten, dabei waren, sie zu verwirklichen. In dieser Hoffnung und Absicht habe ich gelebt und gewirkt."

Scherner Der Dichter ist ein bedächtiger Mann. Seine Verse zwischen zwei Buchdeckel zu bringen, hat er bis zur Vollendung des 75. Jahres gewartet. Doch selbst da setzt er vorsichtig Metrum und Schritt: „Entwurf eines Spiegelbilds“ nennt er den Band, in dem sich rund 120 Gedichte finden.

Schumacher LUtz fühlt sich der Fliege verwandt, deren Auge facettenreich den Einband seines Buches ziert. Weil sie sitzen bleibt, wenn Herrschaft in die Hände klatscht. Und weil sie deshalb überleben wird.