Leichsenring
"In der Stadt zu leben, in der Amadeu Antonio erschlagen wurde, das ist ein Erbe, mit dem ich bis heute nicht fertig geworden bin", sagt Uta Leichsenring. Auch wenn Polizisten heute anders handeln würden, müßten Unbeteiligte angesichts des vierjährigen Weges durch die Justiz und bis zum Freispruch den Eindruck gewinnen, daß hier etwas verschleppt und vertuscht werden sollte. "Ich bin nicht glücklich damit."

Lukas
„Ich habe nicht die richtige Beziehung zum Geld, sonst würde ich so nicht handeln“, gesteht Maria Lucas. Was aber macht die 1943 im Zeichen des Skorpions Geborene zur Immobilienbesitzerin, Bauherrin, Bittstellerin im Förderdschungel? Hätte sie das einst von Großvater Fritz Gerstenberger gestaltete Gelände in Frankfurt (Oder) verkauft, brauchte sie sich keine Sorgen um denkmalgeschützte Walmdächer, Backsteinarchitektur und multifunktionale Mischgebiete zu machen. „Wir leben alle nur ganz kurz. In zehn oder zwanzig Jahren sind wir weg. Aber wenn man etwas Kulturelles schafft, das hat vielleicht Bestand.“
Müller
"Du mußt dich mit dem Material unterhalten", sagt Ulrich Christian Müller. "Mußt es als Organismus ansehen, als einen Teil der Welt, der mit dir harmoniert. Das ist nicht bloß eine Sache. Das ist eine Verbindung zu deinen Vorfahren und zu denen, die nach dir kommen." Wer so über seinen Job redet, bei dem hat es irgendwann gefunkt, ist der Beruf auch auch Berufung.
Parkner
"Pass bloß auf", warnte mich ein Freund vor meinem ersten Besuch bei Ralf Parkner. "Der schiebt ein Musikvideo ein, zeigt Dir dabei mindestens zwei seiner Sammlungen und referiert gleichzeitig über drei Neuerscheinungen, fünf Biografien und sieben Essays."
Reinhard
Wie wird aus jemandem ein außergewöhnlicher Mensch? Steffen Reinhard hat sich erst einmal die Haare himmelblau gefärbt. Sie ziehen den Blick von seinen weichen, an das Gesicht seiner zierlichen Mutter erinnernden Zügen empor zum dichten Schopf. Darüber ist Himmel, da wächst er hin.
Sabine H.
Sarrach
Schon in der Buddelkastenzeit lernte Sarrach den Standesdünkel kennen. Der Knirps eines Majors durfte sich vom Fähnrichssohn Stefan auch beim Spielen nichts sagen lassen, sonst bekam er Stubenarrest. Dafür durfte der Majorssohn verkünden, daß er Westfernsehn sieht, und der andere mußte darüber schweigen. „Das schleppe ich bis heute mit mir rum.“