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Rezensionen Sachbücher

Andert Reinhold Andert, Jahrgang 44, Absolvent eines bischöflichen Vorseminars, Orgelbauer und Philosoph, begann seinen Weg als Liedermacher beim Berliner "Oktoberklub". Dort sang er "Hier schaff ich selber, was ich einmal werde, hier geb ich meinem Leben einen Sinn", und dies war die lautere Wahrheit.

Ballenttin Für Günther Ballentin ist der Zweite Weltkrieg nicht nur ein Stück Militär- und Gesellschaftsgesc...

Brüning Vergessen ist tödlich, löscht Leben aus. Dagegen schreibt Elfriede Brüning an, auch noch mit über 90 Jahren. In ihrem jüngsten Buch hat sie die Lebensgeschichten von acht Frauen versammelt, die sie „Gefährtinnen“ nennt.

Grass "Nennst Du mich Goethe, nenn ich dich Schiller", ist eine alte Faustregel derer, die über Konsalik nie hinauskommen werden. Jene, deren Literatur und sonstiger Courage nicht umsonst mehr als das Übliche nachgeredet wird, können es sich leisten, auch ohne Gegenkompliment Schiller zu sagen.

Kittner Manchmal gerät auch ein Kabarettist an seine Grenzen. Wenn die Ironie der Geschichte in einem blutigen Brei ersäuft, den die Staatenlenker in die Mikrofone ihrer PR-Kamarilla kotzen. Wenn die Pointen des Tages explodierende Schädel sind. Wenn uns das Lachen vergeht, weil wir wissen, dass nur zufällig andere die Zielscheiben sind und nicht wir.

Knopp Bilder, die ihren Betrachter nicht mehr loslassen, die zum Symbol geworden sind, weil sie Zeitgeschichte wie in einem Brennglas bündeln. Jedes ein scheinbar unverrückbares Faktum, Welt-Bild im wahrsten Sinne des Wortes. Aber: An allem ist zu zweifeln, und Bilder werden alt. So machte sich der 1948 geborene Historiker und Journalist Guido Knopp auf die Suche nach Menschen, die wir alle schon einmal gesehen haben auf diesen "Bildern, die Geschichte machten".

Kraft "Wir haben das Welke entfernt. Lebenslang blüht uns ein Rest", schreibt die Berliner Dichterin Gisela Kraft in einem ihrer Gedichte und beschreibt so vermeintliche Illusionsbewältigung um den Preis vermeintlichen Realtitätsgewinns.

Liedtke In der edition spangenberg gab Rüdiger Liedtke einen Sammelband heraus, der "Die Treuhand und die zweite Enteignung der Ostdeutschen" unter die Lupe nimmt. Auf 220 Seiten kommen namhafte Befürworter und Kritiker des Mammutunternehmens von Gregor Gysi bis Birgit Breuel zu Worte.

Maerz "Bei der Verabschiedung der Alliierten hatte ich den Eindruck, daá die Rolle der Roten Armee heruntergespielt wurde. Die Wende des Krieges beispielsweise war eben nicht die Landung in der Normandie, sondern die Schlacht um Stalingrad. Schon das war ein Grund, dieses Thema wieder ins Bewußtsein der Nachgeborenen zu rücken", meint Herausgeber Jürgen Maerz, für den das Wort "Freunde" nie einen zynischen Beiklang hatte.

Mandel ...und andere Vermutlichkeiten Nicht so sehr um Geschichte, als vielmehr um Geschichten geht es...

Nagel, Rennert An all das hatte ich mich gewöhnt. Es war mir nicht lieb, aber teuer (denn wir zahlten dafür und das in jeder Hinsicht). Vor allem war es mir vertraut. Nicht als skurrile Sonderdeponie für Wortmüll, sondern als tägliche Umgebung, die ich kaum mehr wahrnahm, geschweige denn reflektierte.

Nauschütz Die Geschichte beschäftigte den Frankfurter Autor Hans Joachim Nauschütz bereits seit längerem. Doch vor zwei Jahren begann er ihr nachzugehen - bevor sie endgültig in Vergessenheit gerät. Mithin: Wer redet heute über den kommunistischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus, über die Monumente eines erstarrten Geschichtsbildes, das Legenden nötiger hatte als Menschen aus Fleisch und Blut? Und wer redet über die Opfer eben dieser Art, Historie zu verfälschen?

Pilarski Der Neu-Wulkower Fred Pilarski ist ein wissbegieriger Mensch, ein begnadeter Hingucker und ein professioneller Autor.

Richter Richter nähert sich seinem Gegenstand mit dem zurückhaltenden Engagement des guten Journalisten, der eine Reportage schreiben will, ohne bereits ihren Ausgang im Kopf zu haben. Obwohl das Buch damit beginnt, wie ein alter Mann auf dem Flughafen von Santiago seine Gefährten mit der Faust begrüßt.

Rusch Kinder sind die beliebtesten Werkzeuge von Politik und Werbung. Sie sind die ohnmächtigsten Opfer...

Zimmermann "Was macht eigentlich... 100 DDR-Prominente heute" zeigt vor allem, wie noch die schwachbrüstigsten Journalisten der ihre pflichtgemäße Siegerpose vollführen, wie sie ihren Obolus zum politischen Vulgarismus in die Kollekte der neuen Herrlichkeit werfen.

Zwerenz Ein Springerstiefel kann den herausragendsten Intellekt unversehens in einen gesichtslosen Bestandteil der grummelnden Mehrheit verwandeln. Dieser so simplen wie fatalen Tatsache ist es geschuldet, daß der politisch-soziologisch-psychologische Diskurs über das Ph„nomen rechter Gewalt immer wieder Gefahr läuft, nicht weiter zu reichen als dorthin, wo diensttuende Ohnmacht von vermeintlich unbeteiligter Ohnmacht in die Pflicht gerufen wird, also bei Streetworkern, Ausländerbeauftragten, Pädagogen und, die utopische Hoffnung sei verziehen, Polizisten.