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Mutmacher kommt wieder Fernab vom Schneelfrass der Moderne Gegen alle Kriege und für dich Erfindung eines neuen Wortes Liebeslieder nach zwölf Verschwunden ohne Spur Lieder vom ersten Anfang



Mutmacher kommt wieder

Viehweg begeisterte im Schuppen-Theater - 1997

Frank Viehweg und Dirk Heilmann, 80er Jahre

Im Frankfurter Theater im Schupppen war kürzlich der Berliner Liedermacher Frank Viehweg zu erleben. Mit seinem Programm "Liebeslieder nach zwölf" erwies er sich nicht nur als feinfühliger Barde mit einer klaren und sicheren Handschrift, sondern auch als Mutmacher, der Optimismus nicht aus einer verklärten Wirklichkeit schöpft, sondern aus der immer und überall möglichen Erfahrung zwischen zwei Menschen, ihren Träumen, Hoffnungen und Utopien. Ob er über die Geliebte in Barcelona singt oder über das Mandelaugen-Zigarettenmädchen in Berlin, über die zufällige Abteilnachbarin im Zug oder die schwangere Freundin - jedes Lied ist wie ein tiefer Blick in die Augen seines Gegenüber. Noch "zu werden, wer wir waren", das ist seine eigene große Utopie, die nicht nur über die persönliche Biografie einen Bogen spannt, sondern auch über Jahrhunderte und Kontinente hinweg.
Seit mehr als zehn Jahren beschäftigt Viehweg sich auch intensiv mit Künstlern und Schriftstellern aus Lateinamerika. Seine erste CD, die unter dem Titel "Der Sture" bei Nebelhorn/Buschfunk erschien, enthält Lieder von Silvio Rodriguez, der bei seinen Konzerten in der spanischsprachigen Welt Stadien füllt und Hitparaden erstürmt. Vielleicht, weil Poesie bei Rodriguez und seinesgleichen Bestandteil intellktuellen Denkens ist, keine Kunst-, sondern eine Wahrnehmungs- und Lebensform. Vieles davon ist auch in Viehwegs künstlerisches Credo eingeflossen. Was wunder also, wenn er sein Publikum von Anfang bis Ende zu begeistern verstand.

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